Lautentabulaturen haben den großen Vorteil gegenüber anderen musikalischen Quellen, ob vokal oder instrumental, keine Noten zu notieren, sondern Orte, wo man die Finger der linken Hand auf die Taste legen kann. Daher sind die Änderungen genau angegeben. Dank ihrer Analyse erhalten wir eine Art Foto von den Praktiken der Instrumentalisten des 16. Jahrhunderts.
Das studierte Repertoire konzentriert sich auf die Transkriptionen von Liedern, Motetten und, in geringerem Maße, Tänzen von Francesco da Milano, Albert de Rippe, Jean-Paul Paladin, Guillaume Morlaye und Adrian le Roy, ohne die Originalkompositionen auszuschließen die Fantasien. Das Original wurde wann immer möglich reproduziert. Die diplomatische Transkription in Notenschrift ermöglicht es Lesern, die keine Lautenisten sind, diese zu entschlüsseln.
Bevor man sich einem solchen Repertoire zuwendet, ist es absolut notwendig, einige grundlegende Prinzipien aufzustellen, ohne die es kaum möglich wäre, nützliche Schlussfolgerungen über die Praktiken der Musiker des 16. Jahrhunderts zu ziehen. Dies ist das Thema der ersten drei Kapitel. Die folgenden sechs Kapitel beschäftigen sich mit der Verwendung alter Töne und deren zufälligen Veränderungen in Lautentabulaturen, eine heutzutage übliche Praxis - in einer etwas reduktiven Art und Weise, da einige Unfälle zur Musica recta - by gehören Ausdruck musica ficta, daher der Titel dieses Buches. Schließlich widmen sich die letzten drei Kapitel besonderen Fragen: Verwendung von erweiterten und verminderten Intervallen - Veränderungen in der Figuration und mehrdeutige Töne.
Dieser Band wurde so entworfen, dass es möglich ist, ein Kapitel unabhängig von den anderen nach eigenen Recherchen zu konsultieren, daher das Vorhandensein von zahlreichen Referenzen, die entweder erlauben, Vergleiche zu ziehen oder einen notwendigen Begriff zu finden Verständnis des Themas. Das Inhaltsverzeichnis, der Index der Fachbegriffe und der Eigennamen ermöglichen es auch, in das Buch einzusteigen. Die Bibliographien geben ebenso Hinweise auf die musikalischen und theoretischen Quellen wie auf die modernen Ausgaben und die musikwissenschaftliche Literatur.
Durch die in diesem Band beschriebenen Praktiken werden Interpreten in der Lage sein, Lücken, Lücken in Keyboard-Tabulaturen oder Tänze mit dem höchstmöglichen Grad an Wahrscheinlichkeit (wieder) einzuführen. In der Tat, wenn die authentische Interpretation der alten Musik eine Utopie bleibt, erlaubt die rigorose Beobachtung der Praktiken der Zeit zumindest unsere Entscheidungen zu unterstützen.
Diese Forschung wird auch den Sängern zugute kommen. Zugegeben, die Praxis der Veränderungen ist im instrumentalen Repertoire manchmal sehr verschieden, besonders was die Figuration betrifft. Wir finden jedoch auch viele Veränderungen, die nicht nur in den Stimmquellen, sondern auch in den Abhandlungen des 16. Jahrhunderts bezeugt sind. Eine Bibliographie der Quellen der ursprünglichen Stimme jeder untersuchten Tabulatur wurde somit erstellt.